Laufmaus Testbericht Laufstil Laufökonomie

Die Laufmaus – ausführlicher Testbericht

Ausführlicher Erfahrungsbericht zur Laufmaus: Ist die Laufmaus für Trailrunner brauchbar? Oder ist die Materialschlacht in unserem Sport nicht schon groß genug? Judith und Mario vom Team Trailrunning24 sind dieser Frage auf den Grund gegangen und haben die Laufmaus einem ausführlichen Test unterzogen.
Laufmaus Testbericht Laufstil Laufökonomie

Die Laufmaus – ausführlicher Testbericht

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Ausgehend von der Annahme, dass nichts so sehr unsere Körperspannung und –Haltung beeinflusst, wie die richtige Handhaltung, wurde die Laufmaus von Dr. med. Horst Schüler entwickelt. Schüler hat die Laufmaus in Folge eines schweren Unfalls mit Rückenmarksschädigung entwickelt und seine Rehabilitation damit sehr erfolgreich damit vorangetrieben. Für Läufer*innen soll die Laufmaus der Verbesserung unserer Lauftechnik und zur Ökonomisierung des Laufstils dienen. Die Entwicklung der Laufmaus beruht auf wissenschaftlichen Studien aus der Hirn-, Evolutions- und Verhaltensforschung. 

Laufmaus 2
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Wieso haben wir die Laufmaus getestet?

Viele Sportler*innen aus dem Trailrunningbereich haben ein großes Interesse daran, lange Trainings- und Wettkampfstrecken zu absolvieren, weshalb die Themen Laufstil und Laufökonomie einen zentralen Stellenwert besitzen.  Mario ist auf die Laufmaus aufmerksam geworden, da er in Folge seiner Verletzungsgeschichte mit weitreichenden Dysbalance zu kämpfen hat. Insbesondere zeigt sich dies in einem blockierten Armschwung. Ein optimierungsbedürftiger Armschwung war auch Judiths Motivation, sich intensiver mit der Laufmaus auseinander zu setzen.

 

Marios Erfahrungen mit der Laufmaus

Bei den ersten Testläufen fühlte sich die Laufmaus etwas ungewohnt an, wie ein Fremdkörper, allerdings liegt sie federleicht in der Hand. Da ich aufgrund meiner Dysbalancen immer penibel bedacht bin, auf einen ordentlichen Lauftsil zu achten, neige ich dazu, mich zu sehr auf Details zu fokussieren. Dies ist natürlich wenig hilfreich, da der Gesamtfluss verloren geht. Nach einigen Läufen schaffe ich es, mich weniger auf die Griffhaltung Maus zu konzentrieren, sondern sie einfach als verlängertes Körperteil zu betrachten. So wie man eben eine Hose oder ein Shirt trägt, ohne drüber nachzudenken. Nach einigen Läufen gelingt mir das besser und es macht sich eine merkliche Entspannung im Oberköper breit. Schultergürtel und Nacken fühlen sich weicher an, der Armschwung verläuft an der blockierten Schulter flüssiger, wenn auch nicht zu 100% rund. Wunderdinge sollte man hier aber auch nicht gleich erwarten. Was sich über lange Jahre an Fehlern in der Körperhaltung einschleicht, ist freilich nicht von heute auf morgen zu beheben. Der Oberkörper richtet sich auf, die Wirbelsäule kommt mit der Laufmaus mehr in die Streckung. Die Energie kann besser fließen und man spürt dadurch eine Entlastung des gesamten Systems. Folglich passt sich auch die Schrittfolge an und ermöglich einen leichteren Laufstil. 


Diese Erkenntnisse beruhen auf Testläufen, die ich ihm Straßenlauf oder dem Bahntraining gesammelt habe. 

Trailrunning mit der Laufmaus

Auf den Trails habe ich die Maus natürlich auch ausprobiert. Da ich gerne in unwegsamen Gelände unterwegs bin, wo man auch mal die Hände zum Einsatz nimmt, fühlt sich die Laufmaus nicht immer hilfreich an. Sehr positiv bemerkbar macht sie sich aber im Downhill, wo sie merklich dabei hilft, die Körperspannung zu reduzieren und mich so flüssiger hinuntertreiben lässt. Ein entscheidender Pluspunkt, verlieren Läufer*innen im Trailrunning doch sehr viel Kraft, wenn man mit höher Körperspannung und verkrampft in den Downhills agiert. Je einfacher das Gelände im Trailrunning ist, desto mehr kann die Laufmaus ihre benannten Pluspunkte aus dem Straßenlauf ausspielen.

 

Vom ersten Eindruck her bringt die Laufmaus einige vielversprechende Vorteile ins Spiel. Vor allem der verbesserte Armschwung stimmt mich optimistisch, diesen nervigen Tick mit der „Frozen Shoulder“ endlich loszuwerden. Dies benötigt aber sicher noch Zeit und Geduld. Diese will ich der Laufmaus geben, ohne unmittelbare Wunderwirkung zu erwarten. 

Judiths Erfahrungen mit der Laufmaus

Als ich mich für den ersten Lauf rüste, das elastische Band -sozusagen den Schwanz der Maus- ums linke und rechte Handgelenk schnalle und die Zeigefinger durch die Laschen schiebe, beruhigt ein Check im Spiegel: Die Laufmaus verschwindet fast komplett in meiner Hand und ich sehe wider Erwarten gar nicht aus wie jemand, der mit Gewichten in den Händen läuft – was nun wirklich Quatsch wäre. Die superleichte Laufmaus (<70g) spüre ich kaum…

…und laufe los. Als Fan freier Hände bleibt sonst jegliches Equipment daheim oder wird in einer Laufweste verstaut. Selbst Handheld-Flasks stören mich, von einem Handy ganz zu schweigen. Mit der Laufmaus hingegen ist mein “Griff” locker und die Arme schwingen befreit. Durch die spezielle Struktur der Oberfläche zirkuliert die Luft zwischen Hand und Maus – kein Schwitzen oder Rutschen.

Fast vergesse ich, dass ich etwas dabeihabe, und zudem fühlt sich meine linke Schulter, die beim Laufen gelegentlich verspannt und ein Grund für diesen Test ist, gelöst an.

 

Nach mittlerweile zwei Testwochen läuft die Laufmaus inzwischen wie selbstverständlich mit. An den wenigen Tagen, wo ich sie zu Hause ließ, verfiel ich schnell in alte Muster und zog die Schulter wieder hoch. Ständig bewusst an diese Korrektur zu denken, fällt mir schwer. Da ist die Maus eine echte Hilfe und mit der Zeit wird sich mein Körper sicher auf den neuen, gelösten Schwung im Arm einstellen. Ob ich die Laufmaus dann zu Hause lasse, weiß ich noch nicht. Ich mag sie gerade sehr.

 

P.S.: Das Plastik ist übrigens fast zur Hälfte aus recyceltem Material.

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Mario Hoff

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